Wird der Lehrerberuf unattraktiv?

Personalversammlung am 14. Juni 2006

Am 14. Juni fand in der Aula eine Personalversammlung der Lehrkräfte am GU statt, die vom Örtlichen Personalrat einberufen wurde. Die Personalversammlung ist zusammen mit der GLK die einzige gesetzlich verankerte Institution, in der ein Lehrerkollegium seine Beteiligungsrechte und sein Recht auf kollektive Artikulation wahrnehmen kann.

Die versammelten Lehrerinnen und Lehrer befassten sich in dieser Versammlung mit Problemen und Fragen, die ihre unmittelbaren materiellen Interessen betreffen. So protestierten sie in Form einer Resolution gegen die Absicht der Bundesregierung, die steuerliche Absetzbarkeit des häuslichen Arbeitszimmers abzuschaffen und sie informierten sich über die rechtlichen Folgen der vom Bundesverwaltungsgericht Leipzig festgestellten Rechtsverletzungen bei der Deputatserhöhung auf 25 Wochenstunden vor drei Jahren durch die Landesregierung.

Zentrales Thema der Personalversammlung war die Föderalismusreform und die "Reform" der Strukturen des öffentlichen Dienstrechts (Strukturreformgesetz - StruktReformG), die, wenn sie so wie von der Politik geplant durchkommt, gravierende Einkommens- und Versorgungseinbußen vor allem für jüngere Kolleginnen und Kollegen bringen werden. Der Referentin Inge Goerlich, Expertin für Tarif- und Beamtenrecht bei der GEW Nordwürttemberg, gelang es in eindrucksvoller und eindringlicher Weise, die teilweise höchst komplizierten Sachverhalte und ihre politischen Hintergründe transparent zu machen.

Am Ende der Versammlung erinnerte der derzeitige Vorsitzende des Örtlichen Personalrats um GU, Helmut Vogel, daran, dass über allem Engagement für pädagogische Veränderungen in der Schule die selbstbewusste Verteidigung der Interessen der Lehrer als Arbeitnehmer nicht zu kurz kommen dürfe.