In unserer letzten Geographiestunde bekamen wir Abiturienten von Herrn Leber, dem Ortsvorsteher von Maichingen, interessante Einblicke in die Planung des Wohngebietes Allmendäcker gleich neben dem Gymnasium Unterrieden. |
![]() |
Dieses Wohngebiet ist 23,5 ha groß und soll in den nächsten Jahren Platz für insgesamt ca. 1200 Bewohner bieten. Das Besondere dabei ist, dass mit der Planung eine intensive Beratung mit der Bürgerschaft, vor allem mit Kindern und Jugendlichen, einherging. An oberster Stelle bei der Planung steht die Umwelt- und Ressourcenschonung: Im Gegensatz zur traditionellen Entwässerung, bei der Schmutz- und Oberflächenwasser gemeinsam in Kanälen abgeführt werden, soll es im neuen Wohngebiet getrennte Systeme geben. Vor allem durch die obligatorische Begrünung aller Flachdächer und die mit 50 cm Erde bedeckten Tiefgaragen soll für eine erhöhte Wasseraufnahme gesorgt werden. Das restliche Regenwasser soll über offene Rinnen in Sammelbecken geleitet und gesteuert in die Kanalisation eingeleitet werden. Was die Energieversorgung betrifft, so soll es einen Anschlusszwang an die Fernwärme geben. Seit einem Jahr gibt es ein Gesetz, nach dem bei Neubauten ein Anteil von 20 % der Energieversorgung aus erneuerbaren Energien gewonnen werden muss. |
![]() |
Das Wohngebiet Grünäcker (auf dem Plan ganz oben) ist Vorreiter in Sachen Energiesparen: Seit Mitte 2008 wird die Abwärme der Maichinger Druckerei Körner ausgekoppelt und über 600 m lange Nahwärmeleitungen zum Wohngebiet Grünäcker transportiert. So können die 400 °C heißen Abwärmeströme, die früher ungenutzt an die Umgebung abgegeben wurden, zur Beheizung des Wohngebietes Grünäcker genutzt werden. Durch die jährlich aus der Abwärmeauskopplung gewonnenen 6000 MWh kann der Wärmebedarf des Wohngebietes Grünäcker zu 70 % gedeckt werden, wodurch 800 Tonnen CO2 eingespart werden können. Aber auch im Wohngebiet Allmendäcker soll natürlich die Agenda 21 umgesetzt und verstärkt auf Nachhaltigkeit gesetzt werden: Die Bodenversiegelung soll so gering wie möglich gehalten werden, der Bodenverdichtung soll entgegengewirkt werden. Außerdem hofft man, dass dank des neuen S-Bahn-Anschlusses immer mehr Maichinger das Auto stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen werden. Vom demografischen Wandel bleibt aber auch Maichingen nicht verschont. Schon heute geht die Gruppe der Jugendlichen zurück, während es immer mehr ältere Menschen ab 65 Jahre gibt. Deshalb soll es im Wohngebiet Allmendäcker evtl. auch Mehrgenerationenhäuser geben. |
Kerstin Haller |