Letzter Austausch der Argumente

29. April 2010: Podiumsgespräch des Neigungskurses Gemeinschaftskunde

10.500 Stimmen hätte man gebraucht; mit Ja gestimmt haben nur 4.300 Sindelfinger Bürgerinnen und Bürger. Damit bleibt der Beschluss des Gemeinderates in Kraft, der die Auflösung der Hauptschule am Klostergarten und die Verlegung der Eschenried-Realschule in die Innenstadt zum Inhalt hat.


Am 2. Mai sind die Bürger Sindelfingens aufgerufen, über die Zukunft der Hauptschule am Klostergarten zu entscheiden. Der Neigungskurs Gemeinschaftskunde von Herrn Künstle ergriff die Gelegenheit, um die beiden Seiten - Stadtverwaltung auf der einen und Bürgerinitiative zur Erhaltung der Klostergartenschule auf der anderen - zum Austausch der Argumente zu bitten. Moritz Knapp und Suzanne Biesinger moderierten die Veranstaltung.


Die beiden Diskussionsredner kennen sich natürlich und sind schon mehrfach gegeneinander angetreten. Trotz der inhaltlichen Divergenzen sind aber beide Kontrahenten um ein sachliches Gespräch bemüht, nachdem es vor dem Beschluss des Gemeinderats offenbar bei der Kommunikation gehapert hat. Der Beschluss sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule am Klostergarten auf die drei anderen Hauptschulen und künftigen Werkrealschulen verteilt werden und das freiwerdende Gebäude von der Realschule Eschenried bezogen wird. Deren Gebäude soll abgerissen und das Gelände vermarktet werden.


Die Initiative gegen die Schließung der HS am Klostergarten hat per Unterschriftensammlung einen Bürgerentscheid erzwungen, der am 2. Mai stattfinden wird. Bernd Lauer als Sprecher dieser Initiative vertritt die Auffassung, dass der Rückgang der Schülerzahlen nicht zur Schließung einer Hauptschule führen müsse. Gerade in dieser Schulart seien kleinere Klassen erforderlich. Zudem hegt er Zweifel am Konzept der Werkrealschulen und hält deren Bildungspläne für nicht vergleichbar mit denen regulärer Realschulen.


Horst Zecha, der Leiter des Schul- und Kulturamts der Stadt Sindelfingen, hält dagegen, dass eine Halbierung der Schülerzahlen nicht folgenlos für die Schullandschaft in Sindelfingen sein könne. Es mache bei der prekären Finanzlage der Stadt schon einen Unterschied, ob 18 Schulen zu unterhalten seien oder nur 17. Auch nach Schließung der Hauptschule am Klostergarten hätten die Hauptschüler in Sindelfingen vergleichsweise gute Bedingungen.


Nun hat der Bürger das Wort. Das Votum der Bürger sei für die Stadt bindend, so Zecha. Man werde den Wählerwillen auf jeden Fall umsetzen.