Häuptling Tapurong ist tot - sein Werk geht weiter

"Sanfter Rebell" wurde er genannt, "grünes Urgestein", stolz aber war er auf den Ehrentitel "Tapurong", den ihm ein Indianerstamm im brasilianischen Regenwald verliehen hatte. "Jemand, auf den Verlass ist" müsste man diesen Titel übersetzen. Willi Hoss hatte es sich in seinen letzten Lebensjahren zur Aufgabe gemacht, die Lebensbedingungen der Regenwaldbewohner zu verbessern. Seine Vergangenheit als Betriebsrat bei Daimler-Benz sowie seine Zughörigkeit zum Bundestag verschafften ihm die nötigen Kontakte, um dieses Vorhaben wirkungsvoll umzusetzen.

Als Willi Hoss sein Projekt im Gymnasium Unterrieden vorstellte, wurde die Idee von den Schülerinnen und Schülern spontan aufgegriffen. Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine Aktion zugunsten des Regenwaldprojekts läuft. Unter der Regie von Frau Wrobel, die durch ihre Einladung an Professor Hoss den Anstoß gab, eifern die Klassen um die Wette, wer das Spendenkonto am schnellsten in die Höhe bringt.

Im Sommer 2003 sollte eine Delegation vom Gymnasium Unterrieden Willi Hoss nach Brasilien begleiten. Die Krankheit hat ihm und der Schule einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Regenwaldprojekt wird aber weiter unterstützt - und auch die Planungen für eine Brasilienreise im Jahr 2004 sind schon im Gange.