| Zu Bacharach am Rheine wohnt' eine Zauberin die war so schön und feine und riß viel Herzen hin. Und machte viel zuschanden der Männer rings umher, aus ihren Liebesbanden war keine Rettung meh! Der Bischoff ließ sie laden vor geistliche Gewalt und musste sie begnaden, so schön war ihr Gestalt. Er sprach zu ihr gerühret: "Du arme Lore Lay! Wer hat dich denn verführet zu böser Zauberei?" "Herr Bischoff, lasst mich sterben, ich bin des Lebens müd, weil jeder muss verderben, der meine Augen sieht'. Die Augen sind zwei Flammen, mein Arm ein Zauberstab- schickt mich in die Flammen, o brechet mir den Stab!" Ich kann dich nicht verdammen, bis du mir erst bekennt, warum in deinen Flammen mein eignes Herz schon brennt! Den Stab kann ich nicht brechen, du schöne Lore Lay! ich müsste denn zerbrechen mein eigen Herz entzwei! |