Paul Celan



Leseprobe
* 1920
+1970

Unter dem Pseudonym Paul Celan (eigentlich Paul Antschel, auch: Ancel, 1920-1970) rückte der Lyriker und Übersetzer mit Lyrikbänden wie "Mohn und Gedächtnis" (1952), "Atemwende"(1967) und "Fadensonnen" (1968) zum bedeutendsten Vertreter der Dichtung innerhalb der deutschen Literatur der Nachkriegszeit auf.

In Czernowitz in der Provinz Bukowina (Rumänien) wird Celan am 23. November 1920 als Sohn eines Bautechnikers und deutschsprachiger Juden geboren. Fast die Hälfte seines Lebens verbringt hier, später wird er jedoch wegen zunehmender antisemitischer Übergriffe vertrieben. Seine Eltern kommen im Arbeitslager ums Leben (Typhustod des Vaters, Mutter durch Genickschuss). Celan selbst war bis 1943 in einem rumänischen Arbeitslager. Neben seinem Medizinstudium in Tours (Frankreich) und romanistischen Studien in Czernowitz, studiert er 1948 Anglistik und Germanistik bzw. Linguistik in Paris. Zwischendurch ist er als Lektor und Übersetzer bei einem Verlag in Bukarest tätig. Zu dieser Zeit macht er mit der ebenfalls in Czernowitz gebürtigen Rose Ausländer Bekanntschaft.

Später ist er Deutschlehrer an der Ecole Normale Supérieure in Paris. Neben der Muttersprache Deutsch beherrscht Paul Celan eine ganze Reihe anderer Sprachen: Rumänisch, Französich, Hebräisch, Englisch und Russisch. Später kommen noch Italienisch und Portugiesisch hinzu.

Celans Vorbild ist Rilke. Neben diesem interessiert er sich vor allem für chinesische Lyrik, Kafka, Hofmannsthal, Fontane und Thomas Mann. Unter den älteren Dichtern gilt seine Neigung vor allem Mörike, Novalis, Hölderlin und Jean Paul. Um den 20. April 1970 herum nimmt er sich in Paris das Leben.

1958 wird Celan mit dem Literaturpreis der freien Hansestadt Bremen, 1960 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1964 mit dem großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.