In den Pfingsferien 1997 reisten Eltern und Kollegen nach Russland. Hier ein paar Informationen darüber.
Landkarte mit Reiseverlauf (149 KB)
| 18.05.97 | Hotel Ismailovo, Moskau | 2 Ü |
| 20.05.97 | Hotel Kljasma, Wladimir | 2 Ü |
| 22.05.97 | Hotel Wolga, Kostroma | 2 Ü |
| 24.05.97 | Hotel Tour-Komplex, Sergijev Posad (=Sagorsk) | 1 Ü |
| 25.05.97 | Motel Twer, Twer | 1 Ü |
| 126.05.97 | Hotel Intourist, Nowgorod | 1 Ü |
| 27.05.97 | Hotel Moskwa, St. Petersburg | 2 Ü |
Goldener Ring:
seit den 70er Jahren unseres Jahrhunderts touristische Bezeichnung für die altrussischen Städte im Westen und Nordwesten von Moskau.
Rus:
russisches Kernland, das von den Warägern (eine Art Wikinger) von Skandinavien aus entlang der Flüsse allmählich erobert und besiedelt wurde. Hauptstadt zunächst Kiew, dann Wladimir-Susdal, zuletzt Moskau (gegründet 1147 von Jurij Dolgorukij, Sohn von Andrej Bogoljubskij)
Wladimir:
liegt am linken Steilufer der Kljasma, die das fruchtbare, waldlose Ackerland (Opolje) und die großen waldreichen Gegenden von Salesje durchschneidet. Die Gegend war schon in der Urzeit besiedelt (archäologische Funde). In der zweiten Hälfte des 11. Jh.s gründete Wladimir Monomach (1053-1124), der Sohn von Wsewolod I. (1030-1093), hier eine Stadt und gab ihr seinen Namen; es gelang ihm allerdings nicht, die Einheit der Rus zu festigen.
Bogoljubowo:
gegründet von Andrej Bogoljubskij, einem weitsichtigen Fürsten des 12. Jh.s, der um der Einheit willen die Hauptstadt aus dem alten Kiew in die nö Rus verlegte. Er schlug so eine Brücke vom dauernd umkämpften Kiew in die Wladimirer Rus. Sein Vater war Jurij Dolgorukij, Fürst von Susdal und Großfürst von Kiew, Gründer Moskaus. Den Ort Bogoljubowo wählte Andrej auf Grund einer Vision der Gottesmutter, die ihm den Platz gezeigt haben soll. Politisch liegt der Grund allerdings in seiner Angst vor den Bojaren, weshalb er die Städt mied.
Susdal:
älteste Stadt im Nordosten der Rus; heute Bezirkszentrum des Gebiets Wladimir; steht als einzige russische Stadt unter Denkmalschutz und ist heute eine Art Freilichtmuseum; zählt zu den bedeutendsten Touristenzentren; bekannt für ihr einzigartiges Bauensemble aus dem 13. bis 19. Jh.; umfasst auf nur 8 qkm etwa 100 Denkmäler aller Epochen und Stilrichtungen.
Gegend von Susdal
ursprünglich von ugro-finnischen Stämmen bewohnt; fruchtbare Böden und Wälder mit zahlreichen Tieren, die außerdem Schutz vor Überfällen der Nomaden boten, lockten viele Siedler in die nö Randgebiete der Kiewer Rus. Die Gründung wird auf das Jahr 1024 datiert, als Jaroslaw der Weise einen Aufstand der Ackerbauern niederschlug. Heidnische Opferpriester hatten eine Hungersnot benutzt, um einen Aufstand gegen die christliche Religion durchzuführen. Erdwälle aus dieser Zeit sind noch heute zu sehen.
Kidekscha:
altes Dorf 5 km östlich von Susdal; im 12. Jh. war hier die Festung von Jurij Dolgorukij, dem Gründer von Moskau (1147); Jurij strebte nach dem Thron des Kiewer Großfürsten, den er 1149 auch bestieg; wurde jedoch vertrieben und ließ sich im sog. Salesje nieder. Aus Angst vor den Bojaren in den Städten wagte er nicht, in Susdal oder Rostow zu wohnen und baute seine Festung im Dorf Kidekscha. Der Legende nach sollen sich in Kidekscha die Fürstenbrüder Boris und Gleb auf dem Weg nach Kiew getroffen haben, wo sie 1015 von ihrem hinterlistigen älteren Bruder Swjatopolk ermordet wurden.