Das perfekte Projekt für eine Europaschule
Macht Helfen hilfsbereit? Kann demokratische Beteiligung verändern, wie junge Menschen sich selbst und Europa wahrnehmen? Und können Schülerinnen und Schüler tatsächlich Einfluss auf europäische Bildungsprojekte nehmen?
Eindeutig: ja.
Das bewiesen freiwillige Schülerinnen und Schüler der Klassen 8bili, 9a, 10a sowie des Basiskurses J2 des Gymnasiums Unterrieden mit Unterstützung durch Herrn Mohr. Als Testschule begleiteten sie die Entwicklung des neuen HistoriCall-Moduls „What is Racism?“ des House of European History bereits vor dessen Veröffentlichung und berieten damit direkt eine europäische Institution. (Link: The House of European History)

Das digitale Lernmodul beschäftigt sich mit Kolonialismus, europäischer Geschichte, Rassismus und deren Auswirkungen bis in die Gegenwart. Unsere Schülerinnen und Schüler testeten das Material intensiv im Unterricht, analysierten Aufgaben, Gestaltung und Inhalte und gaben umfangreiches Feedback an das Museumsteam in Brüssel weiter.
Dabei blieb es nicht bei einer einfachen Evaluation: Die Rückmeldungen aus Unterrieden flossen gemeinsam mit den Ergebnissen anderer Testschulen aus verschiedenen EU-Ländern direkt in die Überarbeitung des Moduls ein. Das House of European History passte Inhalte, Aufgabenformate und didaktische Elemente auf Grundlage der Schülerperspektiven an, bevor das Modul schließlich am Europatag veröffentlicht wird.
Schon die Durchführung des Projekts war außergewöhnlich. Rund 60 Schülerinnen und Schüler nahmen teil. Das Projekt verband die Arbeit am Modul mit einer internen Begleitstudie zur Frage, ob Beteiligung an europäischen Bildungsprojekten das eigene Selbstbild von Hilfsbereitschaft und gesellschaftlichem Engagement beeinflussen kann (auf Grundlage der sogenannten Self-Perception Theory des Sozialpsychologen Daryl Bem).
Vor der Arbeit mit dem Modul beantworteten die Schülerinnen und Schüler einen ausführlichen Fragebogen zu Hilfsbereitschaft, Empathie, demokratischer Beteiligung und Selbstwirksamkeit. Nach Abschluss des Projekts wurde dieselbe Befragung erneut durchgeführt. Dabei ging es unter anderem um Aussagen wie:
- „Ich glaube, dass ich durch mein Handeln auch als Einzelperson etwas bewirken kann.“
- „Ich finde es wichtig, mich an gesellschaftlichen Projekten zu beteiligen.“
- „Ich sehe in demokratischen Bildungsprojekten eine Möglichkeit, die Gesellschaft mitzugestalten.“
- „Ich möchte auch in Zukunft Gelegenheiten nutzen, um anderen Menschen zu helfen.“
Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Viele Schülerinnen und Schüler fühlten sich nach dem Projekt hilfsbereiter und stärker mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden. Die Bedeutung der Europäischen Union, demokratischer Institutionen und des europäischen Friedens wurde bewusster wahrgenommen. Gleichzeitig stimmten deutlich mehr Teilnehmende der Aussage zu, dass junge Menschen selbst gesellschaftlich etwas bewegen und Institutionen aktiv mitgestalten können.
Auch das Feedback zum Modul selbst war äußerst differenziert und professionell. Die Schülerinnen und Schüler lobten besonders:
- die interaktiven Elemente,
- die Perspektivwechsel,
- die moderne digitale Lernform,
- sowie die Möglichkeit, sich eigenständig mit historischen und gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig formulierten sie konkrete Verbesserungsvorschläge und lieferten damit wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des europäischen Bildungsangebots.
Damit leisteten die Schülerinnen und Schüler nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung eines internationalen Lernprojekts. Sie erfuhren auch ganz praktisch, dass demokratische Beteiligung Wirkung entfalten kann.
Oder, wie Mackda Ghebremariam, Leiterin des Projekts im House of European History, an die Schülerinnen, Schüler und Herrn Mohr schrieb:
„I’m incredibly grateful – your data is truly invaluable.“
Liebe EU: Gern geschehen. Und alles Gute zum Europatag.
